Das Slow-Growing-Manifesto

Langsames Wachstum ist gesünder. Als Gegenbewegung zum Höher-schneller-Weiter-Kanon in den Medien habe ich zehn Slow-Grow-Thesen notiert.

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Kategorie: Wachsen

Maren Martschenko
Maren Martschenko

Quer durch analoge und digitale Medienlandschaften hinweg zieht sich das Wachstumsnarrativ: Unternehmer brauchen mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Kunden, mehr Aufträge, Downloads, Abonnenten, Followers, Webseiten-Besucher. Dafür sollen sie schneller arbeiten, mehr digitalisieren und automatisieren, mehr posten, lauter werden (das gilt scheinbar nur für Frauen), mehr verkaufen, mehr Storytelling betreiben. 

Es strengt mich an, das nur zu lesen. Ich will mir diesen Schuh nicht anziehen. Es gibt kein Sommermärchen und kein Wirtschaftswunder mehr. Das Wachstumspostulat hat dazu geführt, dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr früher ist. Dieses Jahr vielleicht sogar erstmals im Juli. Die Gesellschaft ist durch die jüngsten Krisen erschöpft. Ich sehe hier eine große Verantwortung bei uns selbst, dem entgegenzuwirken. Aber ganz sicher nicht durchs noch lautere Singen des Höher-schneller-weiter-Kanons.  

Das Motto im Magnetprodukt-Club 2024: Grow with the slow

Ich will mit meinem Unternehmen wachsen, aber nicht um jeden Preis. Ich will an den Herausforderungen wachsen und ich will nachhaltig wachsen im Einklang mit den vorhandenen Ressourcen. In vollem Bewusstsein der Konsequenzen meines Handelns für Umwelt, Mensch, Tier, Planet, ganz besonders meine Kund:innen. Deshalb lautet mein Jahresmotto für 2024:

Grow with the slow.

Maren Martschenko

Passend dazu habe ich inspiriert durch Idler in Chief Tom Hodgkinson ein “Manifesto or Slow Growing“ geschrieben.

Hier sind die Thesen. Weiter unten habe ich zu jeder These auch geschrieben, welche Trails und Formate im Magnetprodukt-Club sie unterstützen.

Slow Growing Manifest

Richte deine Aufmerksamkeit auf die Richtung, nicht auf das Ziel

Es gibt den Ausspruch, „wenn du kein Ziel hast, ist auch der Weg egal“. Gleichzeitig nützt kein Ziel, das dich nicht motiviert, dich auf den Weg zu machen. Und im Business kann es sehr gut sein, dass wir unterwegs neue Erkenntnisse sammeln, Kontakte knüpfen, die uns Chancen aufzeigen, die wir vorher nicht gesehen haben.

Mir helfen die Ziele in der Roadmap dabei, übers Jahr meine Intention und den Fokus zu auf das Wesentliche wahren. Der DARF-Sprint hilft beim Ziele finden.

Meine OKR-Sets für die 3-Monats-Zyklen weisen mir jeweils drei Wege, wie ich mein Ziel erreichen kann. Den Fortschritt kann ich erkennbar tracken. Sie sind quasi mein „komoot“ fürs Business.

Konzentriere dich auf das Wesentliche und das Wirksame

Es sagt sich leichter „Mach einfach dein Ding“ als es tatschlich zu tun. Ganz besonders wenn man noch hadert, was denn dieses Ding sein könnte und ob es wirklich finanziell das Business und einen selbst nährt.

Dafür gibt es die beiden Trails „Magnetfeld der Positionierung“ und „Wettbewerbsvorteil mit eingebautem Kopierschutz“. Sie helfen dir, dich auf deine Stärken, deine Passion, deinen Markt zu besinnen und deine Wunschkund:innen wirksam zu erreichen. So wirst du dein volles Potenzial ausschöpfen und mit diesen starken Wurzeln hoch hinauswachsen können.

Alles ist schon da

Viele denken, sie müssten für neuen Umsatz neuen Produkte und neue Kund:innen gewinnen. Um nachhaltig zu wachsen, ist das gar nicht nötig. Denn alles, was du dafür brauchst, ist schon da: Dein Wissen und deine Erfahrung und Kund:innen (falls du schon länger selbständig bist). Oft genügt es, das eigene Angebot besser zu machen, die Kommunikation klarer und die eigene Arbeitsweise smarter, um mehr zu verkaufen. Bestandskunden wieder und wieder zu begeistern ist deutlich einfacher als Unbekannte zu Käufer:innen zu bewegen.

Näher an die Wunschkund:innen ranrücken, einen besseren Draht zur Community aufzubauen gelingt dir mit den Trails „Mit dem Flywheel Schwung ins Marketing bringen“ und dem Newsletter-Konzept.

Wie du den Nutzen und die Wirksamkeit deines Angebots besser auf den Punkt bringst, erfährst du im Trail „FAB-Ketten“.

Done is better than perfcet

Viele Unternehmer:innen verheddern sich in diesen Verbesserungen im eigenen Perfektionismus und kommen niemals oder erst nach viel zu langer Zeit auf den Markt. Langsam wachsen bedeutet, bereits in einem unvollendeten Zustand mit Ideen oder Angeboten auf den Markt zu gehen. Die Resonanz erlaubt es dir zu lernen, Feedback einzuholen und besser zu werden.

Um das zu üben, machen wir im Herbst gemeinsam die 100-Nein-Challenge.

Arbeite in deinem eigenen Tempo und Rhythmus

Jeder Mensch ist anders. Jede:r Unternehmer:in ist anders. Alle haben unterschiedliche Leben, Tagesabläufe, Arbeitsroutinen. Alle haben unterschiedliche Biorhythmen Persönlichkeiten, Stärken und Ziele. Dein Erfolgsverständnis ist so individuell wie du selbst. Vergleiche dich hier nicht mit anderen. Höchstens mit dir selbst vor einem Jahr.

Der Sprint „Deine ideale Woche“ hilft dir, herauszufinden, was dein ideales Tempo und dein idealer Arbeitsrhythmus ist. Für mich ist es eine 32-Stunden-Woche, in der ich maximal 6 bis 7 Stunden am Tag arbeite. Ich beginne nicht vor 10 Uhr mit Terminen und höre spätestens um 19 Uhr auf. Es kann gut sein, dass ich an einem gewöhnlichen Werktag nicht arbeite, aber dafür am Samstag oder Sonntag in eine Deep-Work-Phase abtauche.

Das war in 2023 mein wahrscheinlich größter Business-Erfolg: Meine Wochenarbeitszeit bei leicht gestiegenem Umsatz auf 32 Stunden zu reduzieren und acht Wochen Urlaub zu machen.

Enjoy the missing out

Den eigenen Weg im eigenen Tempo zu gehen, Dinge anders zu machen als andere, kann einen das Fürchten lehren. Du kannst dich aber auch frei machen von den Vorstellungen und Erwartungen anderer.

Das Ausblenden gelingt sehr gut, wenn du während deiner Arbeit alle Benachrichtigungen diverser Devices und Apps wie Whatsapp und Linkedin abschaltest. Alle Benachrichtigungen warten geduldig bis zu deiner Rückkehr. Du verpasst nichts. Im Gegenteil: Freue dich an deiner Konzentration auf deine Arbeit mit Menschen und Themen, die dir wichtig sind.

Fokus zu finden, ist aber mehr, als die Geräte abzuschalten. Fokus heißt auch, Kund:innen, Projekte, Glaubenssätze loszulassen, die dich zuviel Kraft, Energie und Zeit kosten.

Im Loslass-Sprint leite ich dich dazu Schritt-für-Schritt an. Im letzten Durchgang habe ich gleich drei Darlings „gekillt“, um mir in 2024 mehr Freiraum in Kopf und Kalender zu verschaffen.

Im Eat the Frog Workathon einmal pro Quartal von 10 bis 18 Uhr kannst du in aller Ruhe nach der Devise #allyoucaneat die Kröten schlucken, die dich bisher aufgehalten haben.

Mehr Urlaub im Alltag

Die gute Nachricht ist: Konzentration, Produktivität und Kreativität sind nachwachsende Rohstoffe. Die schlechte Nachricht ist: Nur dann, wenn du zwischen den Arbeitsphasen auch Pausen einlegst. Man muss deshalb nicht gleich auf die Couch. Es kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft sein, ein Besuch im Schwimmbad, eine Yoga-Einheit, dich mit einem leckeren Gericht bekochen zu lassen. Oft genügt schon, ein bisschen „mehr Urlaub im Alltag“ zu implementieren.

So kannst du motiviert, gestärkt und konzentriert ans Tagwerk gehen. Oder auch in die Nachtschicht – falls du zu den Eulen gehörst. Dein Biorhythmus gehört dir!

Hindernisse sind Wegweiser

Auch auf dem Weg zum schönsten Ziel können dir Stolpersteine begegnen, die uns scheinbar aufhalten oder ausbremsen. Schenke ihnen besondere Aufmerksamkeit. Denn Hindernisse sind Hinweise, dass etwas leichter oder einfacher geht.

Gerade wenn man eine technologische Plattform baut, klappen immer mal wieder Dinge nicht wie geplant. So ging es uns mit dem Gamification Elementen, mit unserer Emailsoftware uvm. Früher habe ich in solchen Momenten gesagt: Maren, stell dich nicht so, beiß dich da durch. Heute weiß ich, wenn ich mich durchbeißen müsste, würde ich Zeit und Energie verschwenden. Und tatsächlich erlebe ich es immer wieder, dass es eine einfachere oder sogar bessere Lösung gibt, wenn ich bei auftauchenden Hindernissen innehalte und nach Alternativen Ausschau halte.

#reflectandlearn

Nutze das Lernen vom Nachher als wichtigste Fortbildung. Du sparst dir viel Zeit, Geld und Nerven, wenn du wöchentlich zurückschaust und dir folgende Fragen beantwortest:

  • Was du gelernt? Oder auch was hast du verlernt?
  • Wo warst du blockiert?
  • Was waren freudvolle Momente?
  • Was war dein #hurraderwoche?
  • Wofür bist du dankbar?

Immer freitags kommt der Reminder zum #reflectandlearn in deinen Posteingang auf Linkedin, wenn du das möchtest.

Du hast alle Zeit der Welt

Mit Entschleunigung in Form von Fokus und Achtsamkeit und Stetigkeit gewinnst du das Wachstumsrennen. Ich nenne es #schneckenpower. Am Ende haben nicht diejenigen die Nase vorn, die am meisten am schnellsten gearbeitet haben, sondern diejenigen, die drangeblieben sind. Busy zu sein ist kein Zeichen eines erfolgreichen Business.

Durchlaufe die Trails in deinem Tempo. Suche dir die Themen zusammen, die für dich wichtig sind.

Du bist nicht allein                       

Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, gehe gemeinsam. 

Afrikanisches Sprichwort

Fragen zu stellen, ist ein grundlegendes Menschenrecht, das du hier im Club mit Eintritt erworben hast. Stelle Fragen in den Sprechstunden, in den Coworking-Sessions, in den Clubinaren, im Forum „Frag Maren“ oder „Alle für 1“

Hier hilft es sehr, Gleichgesinnte zum Austausch zu haben. Auch als Solopreneur:in bist du niemals allein auf dem Weg. Deshalb matchen wir dreimal pro Jahr Buddy-Tandems.

Lust, dabei zu sein? Dann melde dich gleich an. Die Basis-Mitgliedschaft mit dem jeweiligen Trail des Monats und ausgewählten Events gibt’s für 0 EUR. Wenn du in deinem Tempo und Rhythmus nach und nach die Trails bearbeiten möchtest, auf alle Foren und Live Events zugreifen möchtest, gehe am besten “all in“.

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