Reslienz bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der bewusste Umgang damit nach dem Motto "Feel your fears and do it anyway". #TIPP

Wie ich mir als Unternehmerin ein dickeres Fell zulege

Ein dickeres Fell zuzulegen, heißt nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun, als wäre nichts. Sondern mit neugierigem Blick, offenem Herzen und mit Bedacht auf die Veränderungen und die Unsicherheit im Außen zu reagieren.

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Kategorie: Mindset

Maren Martschenko
Maren Martschenko

„Resilienz“ ist das Wirtschaftswort des Jahres geworden. Zu Recht, wie ich finde. Wir müssen uns in 2023 wärmer anziehen. Nicht nur sprichwörtlich wegen niedrigerer Raumtemperaturen.

Die Energiekrise bringt höhere Lebenshaltungskosten mit sich. Kund:innen werden in der Folge noch preissensibler. Mich erreichen immer mehr Mails, dass Mitglieder sich den Magnetprodukt-Club nicht mehr leisten können oder wollen. Ich selbst schaue auch sehr viel genauer, was ich mit meinem Geld ermöglichen möchte und was nicht mehr.

In Folge meiner Depression konnte ich im letzten Jahr nur mit #schneckenpower arbeiten. Mein Team hat viel übernommen. Heißt im Umkehrschluss aber auch, dass ich mehr investieren musste und weniger Gewinn gemacht habe. In Kombination mit gestiegenen Lebenshaltungskosten eine für mich beunruhigende Mischung. Zwischenzeitlich ging mir der Arsch regelrecht auf Grundeis.

Unsicherheit im Außen überträgt sich auf mein Inneres

Die Unsicherheit im Außen im Angesicht von Klimawandel, Corona, Krieg in der Ukraine und wirtschaftlichem Abschwung überträgt sich auf mein Inneres. Ich spüre, wie mich die Angst lähmt. Das ist kontraproduktiv. Hier hilft mehr Resilienz, oder wie ich es nenne: ein dickeres Fell. Das heißt für mich nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun, als wäre nichts. Sondern vielmehr mit neugierigem Blick, offenem Herzen und mit Bedacht auf die Veränderungen und die Unsicherheit im Außen zu reagieren.

Was sich für mich bewährt

 Ich nehme die Angst bewusst wahr.  In den akuten Anfällen von Panik hilft mir ruhiges Ein- und Ausatmen und bewusst die Füße am Boden zu spüren. Ich reflektiere meine Befürchtungen. Was ist wahr? Was ist nur in meiner Vorstellung? Meine Existenzangst angesichts der Kündigungen ist nicht berechtigt, denn es gibt noch genug begeisterte Mitglieder im Magnetprodukt-Club und Beratungsaufträge in der Pipeline.

 Ich habe einen Spielraum an Möglichkeiten.  Diesen kann ich aber nur sehen, wenn ich mir von der Angst nicht die Sicht vernebeln lasse. So habe ich z.B. Stellschrauben auf der Kostenseite, an denen ich drehen kann.

 Loyale Kundenbeziehungen stärken den Rücken.  Ich habe sehr zufriedene Kund:innen, die gerne mit mir zusammenarbeiten und mich begeistert weiterempfehlen. Diese stärken mir den Rücken.

 Ich besinne mich auf meine Stärken und Erfahrungen.  Im Jahr der Finanzkrise startete ich in die Selbständigkeit. Während des Corona-Lockdowns nutzte ich die Chance und digitalisierte ich mein Wissen in Form des Magnetprodukt-Clubs. Dadurch habe ich ein skalierbares Angebot. Rückblickend bin ich aus Krisen gestärkt hervorgegangen, weil ich ein gutes Netzwerk habe, einen guten Draht zu meiner Zielgruppe und bereit bin loszulassen, was nicht nährt und stärkt. Ich verfüge über Entscheidungsstärke: Wegweisende Entscheidungen treffe ich klar und schnell. Das stimmt mich zuversichtlich.

 Ich konzentriere mich auf das Wesentliche und das Wirksame.  Das ist der Kern meines Unternehmens. Hier habe ich viele Werkzeuge und Erfahrung. Auch 2023 werde ich wieder meinen Fokus schärfen. Was ist wirklich wesentlich für mich, mein Unternehmen und die Menschen, mit denen ich arbeite? Was ist wirklich wirksam mit Blick auf die Ziele, die ich erreichen möchte? So habe ich mir ein einziges wichtiges Ziel für 2023 gesetzt. Ich weiß, wenn ich darauf hinarbeite, habe ich alle wichtigen Bereiche meines Unternehmens und meines Lebens im Blick. Das wird mir helfen, den Fokus zu halten. Dabei ist es mir gar nicht so wichtig, das Ziel tatsächlich zu erreichen, sondern mich auf den Weg zu machen.

 Aus meinem Ziel leite ich konkrete Handlungsfelder und Schritte für meine OKRs Einiges davon liegt außerhalb meiner Komfortzone und gleichzeitig liegt alles innerhalb meiner Kompetenz. Ich weiß genau, was ich zu tun habe, und ich weiß, dass ich es kann. Und falls ich doch mal irgendwo hänge, frage ich mein Netzwerk und meine Business-Mentorin um Rat. Ich bin nicht allein. Das ist beruhigend.

 Das Nachher ist mein Lehrer Mein wöchentliches #reflectandlearn hilft mir Learnings, Blockaden, Ängste und Erfolge zu erkennen und mich gut auf die nächste Woche auszurichten.

Nun denkst du vielleicht: Ja, Maren, das klingt doch alles sehr gut. Ist doch alles schon da!?! Das stimmt. Resilienz bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst, sondern ein bewusster Umgang damit nach dem Motto:

Feel your fears and do it anyway.

Susan Jeffers

Es ist wie bei meinem Sprung vom Dreimeter-Brett, als ich vor einigen Jahren mit meinen Söhnen im Schwimmbad war: Egal, wie oft ich gesprungen bin, die Höhenangst blieb. Wie sagte mein Sohn zu treffend zu mir: „Mama, die Angst geht nicht weg. Du springst nur immer schneller runter.“

Bei aller Zuversicht bleibt eben immer auch die Angst. Ich weiß, was ich alles tun kann, und gleichzeitig habe ich Sorge, dass ich mir mehr vornehme als ich zeitliche und mentale Ressourcen habe. Ich frage mich: Schaffe ich das überhaupt alles?! Ich habe auch wie viele die Befürchtung, dass Menschen mein Angebot nicht gut genug finden oder dass plötzlich die Anfragen ausbleiben und ich mit nichts dastehe.

Dann heißt es wieder „back to square one“: Ängste bewusst wahrnehmen und reflektieren: Was ist wahr? Was ist Projektion? Auf die Stärken besinnen. Spielräume identifizieren. Immer kürzer in der Angst verharren. Schneller in die Gestaltungsspielräume springen 😉

Last, but not least: Wollsocken – quasi Resilienz zum Anziehen. Sie sind und bleiben für mich im Homeoffice das beste Kleidungsstück, um die Komfortzone zu verlassen. Je nach Stimmung trage ich welche in grün (Hoffnung), rot (Mut) oder grau (Ruhe).

Maren sitzt auf ihrem gelben Lieblingssessel mit Wollsocken und schreibt
Maren entspannt erfolgreich mit Wollsocken außerhalb der Komfortzone (quasi Resilienz zum Anziehen)

Hier noch einmal zusammenfassend die Fragen, die dir helfen können, Ruhe und Fokus zu bewahren:

  • Welche deiner Ängste oder Befürchtungen sind wahr? Welche sind Projektionen in die Zukunft?
  • Wo hast du Gestaltungsspielräume, die du bislang nicht genutzt hast?
  • Welche Ausgaben kannst du reduzieren?
  • Welche bestehenden Kundenbeziehungen stärken dir den Rücken?
  • Auf welche Erfahrungen, Stärken und Fähigkeiten aus der Vergangenheit kannst du auch künftig bauen?
  • Was ist für dich, dein Unternehmen und deine Kund:innen wesentlich?
  • Welche Aktivitäten sind besonders wirksam mit Blick auf deine Ziele?
  • Was hat bei dir in den nächsten 12 bis 24 Monaten höchste Priorität?
  • Was weißt und kannst du bereits, um diese Ziele zu erreichen?
  • Wer kann dich unterstützen?
  • Wer oder was gibt dir Ruhe?
  • Wer oder was gibt dir Kraft?
  • Wer oder was nährt dich?

Es sind keine Fragen, auf die du unmittelbar Antworten haben musst. Lebe in Fragen hinein, dann werden dich die Antworten finden. Resilienz zu entwickeln, ist kein Quick-fix. Ein dickes Fell wächst auch bei Tieren nicht von heute auf morgen.

Vielmehr ist es wie bei einem Muskel, den du jeden Tag ein bisschen trainieren kannst. An manchen Tagen fühlst du dich stärker, an anderen schwächer. Auch das ist normal. Ich picke mir in solchen Momenten wieder die Fragen hervor und erinnere mich:

Alles, was du brauchst, ist schon da.

Wie ist bei dir? Was nährt und stärkt dich in Momenten oder Phasen der Unsicherheit? Wie hältst du den Fokus und bewahrst Ruhe?

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