Je stärker dein Mir-doch-egal-Mindset, desto leichter sagst du Nein zu Anforderungen von außen.

Unterschätzte Haltung bei Solopreneur:innen? Das Mir-doch-egal-Mindset

Noch wichtiger als Money und Growth Mindset ist die Mir-doch-egal-Haltung. Wer wachsen will, muss lernen, Nein zu sagen zu den Erwartungen anderer.

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Kategorie: Mindset

Maren Martschenko
Maren Martschenko

Überall kann man lesen, wie wichtig das Mindset für ein erfolgreiches Business ist. Ganz vorne steht das „Money Mindset“. Direkt gefolgt vom „Growth Mindset“. Dahinter steckt die Erwartungshaltung: Nur wer sich Großes zutraut und sich erlaubt, damit viel Geld zu verdienen, ist in einem herkömmlichen Sinne erfolgreich.

Das stimmt schon, doch die wichtigste Haltung, die man gerade als Solopreneur:in zuerst einmal braucht, ist das Mir-doch-egal-Mindset. Aber Obacht: Es geht hier nicht darum, mit Wurschtigkeit oder Ignoranz dein Business zu führen. Sondern es geht um deine Resilienz gegenüber Anforderungen oder Erwartungen, die von außen an dich herangetragen werden. Also die Fähigkeit, Nein zu anderen zu sagen und Ja zu dir selbst und deiner Art zu arbeiten zu sagen.

Beispiele für Mir-doch-egal-Mindhacks:

  • „Mir doch egal, was andere Leute sagen, ich mach das jetzt.“
  • „Mir doch egal, was andere auf Social-Media posten, ich mach‘ es anders oder gar nicht.“
  • „Mir doch egal, wie ich aussehe, ich zeige mich trotzdem.“
  • „Mir doch egal, wieviel du mir bietest, ich nehme den Auftrag nicht an, weil er nicht zu mir/meiner Art zu arbeiten/meiner Positionierung/meinen Preisvorstellungen passt.“

Haha, wirst du sagen: So eine Mir-doch-egal-Haltung muss man sich erst einmal leisten können! Nicht unbedingt. Es kostet nichts außer etwas Überwindung und Übung, Nein zu etwas zu sagen oder Dinge anders und auf deine Art zu machen. Aber wenn es dir hilft, lege dir ein Geldpolster an, das es dir erlaubt, Aufträge abzulehnen. Ich nenne es das Mir-doch-egal-Budget. Im Englischen gibt dafür den wunderbaren Begriff „Fuck you money“ .

Kleine Reflexionsfrage dazu: Wie hoch muss der Betrag auf deinem Mir-doch-egal-Konto sein, damit du entspannt Nein sagen kannst?

Falls du diese Summe noch nicht verfügbar hast, lege am besten gleich zu Beginn des Monats einen festen Betrag zur Seite, damit du im Kopf möglichst schnell frei von äußeren Zwängen wirst. Nicht „profit first“, sondern „Fuck you money first“ quasi 😉

Rückmeldungen

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  1. Euine wunderbare Idee liebe Maren. Ich richte mir sofort ein “Fuck your Money”-Konto ein, denn genau das Thema “Ich kann keinen Auftrag ablehnen, weil ich das Geld brauche” bremst mich auch nach 25 Jahren Selbständigkeit so oft. Das ist eine wunderbare Idee und genau die Krücke, die ich brauche. DANKE!! für diesen wunderbaren Start in mein neues Arbeitsjahr, indem sich so Einiges ändern wird.**********

    1. Das freut mich sehr, liebe Stefanie. Wenn es dich beruhigt: Du bist damit nicht allein. Ich habe ein eigenes Tagesgeldkonto dafür eingerichtet. Es tut sehr gut, einen Dauerauftrag für die Freiheit im Kopf zu haben. So lautet der Betreff in der Überweisung. Fuck you money zu schreiben, habe ich mich getraut 😉

  2. Liebe Maren,
    großartig, danke! Das ist die absolut unterschätzteste aller UnternehmerInnen-Eigenschaften – bei sich selbst bleiben zu können, in sich gefestigt, sich nicht kirre machen zu lassen von den vielen Dingen, die man so zu machen hat.

    Ich habe mir – vor dem Lesen deines Artikels 🙂 – als Motto für die kommenden Monate aufgeschrieben: “Ist mir egal, ich lass’ das jetzt so!”. Ich weiß, ich bin ‘bekannt’ für mein Bekenntnis zur Unperfektion – aber letztes Jahr konnte ich das nicht immer so leben und fühlen. Ich hatte die Perfektionistin in mir rausgelassen und bspw. sehr viele Videos “nochmal schnell neu aufgenommen”, weil sie mir nicht gut genug waren, oder Texte x-Mal korrigiert und dann gar nicht rausgebracht…
    Außerdem Zweifel, ob ich unternehmerisch genug bin, weil ich mein neues Produkt besser hätte launchen müssen, so wie ‘man’ das eben macht usw.

    Puh, weg damit. Das Mir-doch-Egal-Mindset ziehe ich mir jetzt (wieder) an, und freu’ mich gewisserweise auf diese gewisse Art von “Ungehorsam”: den eigenen Weg zu finden, unperfekt und gut genug, jenseits des angeblich unverzichtbaren Erfolgs- oder Wachstums-Mindset.

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Start ins neue Jahr,
    danke für diese Bestärkung 🙏
    Lieber Gruß
    Marit

    1. Liebe Marit, das freut mich sehr zu lesen! Du bist am besten, wenn du du selbst bist. Und zu gehört genau dieses Ausprobieren und nach vorne gehen, auch wenn es eben noch nicht “instagramable” ist. Dafür bist du mit soviel Erfahrung, Herzblut und Großzügigkeit dabei – das schlägt den Perfektionismus um Längen. Gerade beim Aufbau von digitalen Angeboten ist es ganz wichtig nah an den Bedürfnissen der Leute dran zu sein und flexibel darauf reagieren zu können. Man kann einfach nicht alles vorher wissen. In einem Podcast hörte ich ml die Anregung, nicht immer 1 mit Stern anzustreben, 2 Minus ist genug. Das war der Startschuss für mein #10minBlog damals. So schließt sich der Kreis 🙂
      Mein Motto für 2022 ist “Keep going, keep growing together”. Wir wachsen, indem wir zusammen weitergehen. Freue mich auf alles, was bei dir kommt!
      Liebe Grüße Maren

  3. Find ick juut und braucht etwas Mut! Bei der Ablehnung von Aufträgen beherzige ich dabei das Prinzip “der letzte Eindruck zählt”. Das hattest du, liebe Maren, neulich für Kündigungen beschrieben: ich hatte im letzten Jahr eine Anfrage für eine Fortbildung zur Selbstfürsorge für KiTa-Beschäftigte. 8 Stunden hintereinander weg als Alleinunterhalterin. Bei diesen Formaten hatte ich früher schon in der Nacht vorher sooo einen Stress, dass ich dann nicht wirklich gut war. UND es mir keinen Spass machte. Trotz einer Auftragsflaute habe ich dieses Format konsequent abgelehnt, aber einige andere Angebote ausgearbeitet, in Formaten, die mir Freude machen. Passte alles nicht, aber die Gespräche mit der Leitung waren nett und vielleicht erinnert sie sich an mich für ein anderes Mal. Bei mir blieb eine große Erleichterung darüber, dass ich gut für mich selbst sorgen kann. Herzlichst Gabriele

    1. Liebe Gabriele, das ist ein großartiges Beispiel! Deine Gesprächspartnerin. hat nun als letztes einen sehr positiven Eindruck in Erinnerung und weiß jetzt ganz genau, wofür sie dich gerne buchen kann. Es steckt ja unwahrscheinlich viel Positionierungspotenzial in Absagen. Darüber werde ich auch mal schreiben 🙂 Du machst das völlig richtig.

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