Sprechblase mit Text: „Die entscheidende Frage ist: Ist dieser Blogartikel gut für das, was ich damit erreichen will?“ #TIPP

Was macht einen guten Blogartikel wirklich aus?

In diesem Artikel erfahren Solopreneur:innen, die ohne Druck, dafür mit Wirkung schreiben wollen, worauf es bei einem guten Blogartikel wirklich ankommt.
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Maren Martschenko

Der größte Wunsch vieler bloggender Soloselbständiger ist erstaunlich schlicht:
Sie wollen einen Text veröffentlichen, hinter dem sie wirklich stehen können. Leider können sie selbst gar nicht so genau einschätzen, was das eigentlich genau bedeutet.

  • Was muss ein Text eigentlich »können«?
  • Gibt es spezielle Regeln, die es zu beachten gilt, wegen Suchmaschinenoptimierung?
  • Wirke ich mit meinem »Geschreibsel« tatsächlich kompetent?

Neben dem inneren Kritiker sitzen vielen Stimmen von außen beim Schreiben mit am Tisch. Sogenannte Expert:innen, die sagen, wie ein guter Blogartikel auszusehen hat, mit Tipps zu Cliffhangern, SEO, Mehrwertformeln und perfekten Einstiegen.

Und dann ist da noch der Vergleich mit all den anderen, die scheinbar mühelos schreiben, häufiger veröffentlichen oder mehr Reichweite haben.

All das führt dazu, dass Schreiben sich verkrampft anfühlt. Texte werden immer wieder überarbeitet, verschoben oder gar nicht veröffentlicht. Im schlimmsten Fall noch nicht einmal angefangen, weil die innere Überzeugung überhand genommen hat, es eh nicht richtig machen zu können.

Mit diesem Artikel möchte ich dich einladen, genau diese Frage neu zu betrachten.
Nicht mit einer weiteren Anleitung, sondern mit einer individuellen Einordnung für deine persönliche Orientierung. Mit einer anderen Perspektive darauf, was einen Blogartikel wirklich gut macht – für dich, für dein Business und für die Menschen, die ihn dann neugierig interessiert bis zum Ende lesen.

Es gibt keinen objektiv guten Blogartikel

Einer der größten Denkfehler rund ums Schreiben ist die Annahme, es gäbe so etwas wie einen objektiv guten Blogartikel. Einen Text, der per Definition »richtig« ist. Der bestimmten objektiv anerkannten Regeln folgt und deshalb funktioniert.

Es wäre großartig, wenn es so wäre. Das verstehe ich. Es gibt immer Sicherheit, wenn es klare Kriterien gibt, die man abhaken kann wie eine Packliste.

Die gute Nachricht ist: Du kannst dir selbst diese Kriterien erstellen und dann abhaken. Du brauchst niemanden von außen, der sie dir vorgibt.

Ein Blogartikel ist kein normiertes Produkt. Er entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern immer im Kontext eines Menschen, deines Business, einer Haltung und einer Zielsetzung. Was für die eine Person ein großartiger, hilfreicher Text ist, kann für jemand anderen völlig irrelevant sein. Und was in einem Business perfekt funktioniert, kann in einem anderen komplett vorbeigehen.

Ist dieser Blogartikel gut für das, was ich damit erreichen will?

Vergleiche helfen hier selten weiter. Denn sie blenden aus, was im Hintergrund völlig verschieden ist: Zielgruppe, Geschäftsmodell, Erfahrungsstand, Persönlichkeit, Schreibstil, Zeitpunkt, Contentstrategie, Unternehmensziele uvm.

Deshalb führt die Suche nach Antworten auf die Frage „Ist das ein guter Blogartikel?“ im Außen, z.B. auch KI, oft in eine Sackgasse. Sie verunsichert und verführt einen geradezu, sich an äußeren Maßstäben zu orientieren, statt die eigenen zu entwickeln.

Deshalb möchte ich Frage umformulieren. Die entscheidendere Frage ist eine andere:
Ist dieser Blogartikel gut für das, was ich damit erreichen will?

Die zwei Fragen, die jeder gute Blogartikel beantworten muss

Wenn es keinen objektiv guten Blogartikel gibt, braucht es etwas anderes als Regeln.
Was stattdessen hilft, ist ein innerer Kompass.

Für mich lässt sich dieser Kompass auf zwei einfache, aber entscheidende Fragen verdichten. Für jeden deiner Artikel solltest du dir dazu Gedanken machen. Am besten auch übergeordnet für dein ganzes Blog. Aber lass uns in diesem Artikel auf die kleinste Einheit deines Blogs fokussieren: Den Artikel.

Wie so oft beginnt es mit dir selbst. Das ist die erste und wichtigste Frage.

Was soll dieser Blogartikel für mein Business tun?

Diese Frage wird oft übersprungen, weil die Expert:innen ja sagen, es geht um »Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert und an die Leser:innen denken.«

Oder sie wird sehr allgemein beantwortet: sichtbar sein, Expertise zeigen, Reichweite aufbauen.

Ein Blogartikel kann jedoch ganz unterschiedliche Aufgaben haben:

  • Vertrauen aufbauen
  • Orientierung geben
  • eine Haltung sichtbar machen
  • ein komplexes Thema einordnen
  • Menschen bei einer Entscheidung begleiten

Ein Artikel, der Vertrauen aufbauen soll, sieht anders aus als ein Text, der Kund:innen gewinnen möchte. Ein Einordnungsartikel folgt einer anderen Logik als ein Meinungsstück.

Ein Blogartikel ist dann gut, wenn er seiner Aufgabe gerecht wird, nicht, wenn er versucht, alles gleichzeitig zu sein.

Was sollen die Leser:innen danach besser verstehen oder können?

Die zweite Frage richtet den Blick weg von dir und hin zu den Menschen, für die du schreibst.

Nicht im Sinne von „Mehrwert liefern um jeden Preis“, sondern ganz konkret:

  • Was ist nach dem Lesen klarer als vorher?
  • Welche Unsicherheit ist kleiner geworden?
  • Welche Entscheidung fällt leichter?
  • Welcher Gedanke bleibt hängen?

Ein guter Blogartikel muss keine fertigen Lösungen liefern.
Aber er sollte etwas in Bewegung bringen: im Denken, im Verstehen, im Einordnen. Wenn er im Innersten etwas berührt, wird er nach meinem Verständnis einem echten »Touchpoint« gerecht.

Wenn du diese beiden Fragen exakt für dich beantwortest, bevor du mit dem Schreiben beginnst, entsteht ein guter Blogartikel – in dem Sinne, dass er gut ist, für das, was du erreichen möchtest und gut für die Lesenden.

Gut für die Lesenden bedeutet auch, dass er gut zu lesen ist. Hier kommt die Struktur ins Spiel. Sie hilft dir beim Schreiben und den Menschen, deine Inhalte gut aufnehmen zu können.

Die innere Struktur eines guten Blogartikels

Ein guter Blogartikel folgt keiner festen Schablone, sondern eher einer inneren Logik, was Menschen brauchen, um Inhalte gut aufnehmen zu können.

Diese Struktur ist ein Denkrahmen. Du kannst ihn anpassen, verkürzen oder aufbrechen. Entscheidend ist nicht die Form, sondern die Orientierung, die sie dir beim Schreiben schafft.

Einstieg: Welche Frage wird hier beantwortet?

Der Einstieg muss nicht besonders originell sein.
Seine wichtigste Aufgabe ist Orientierung.

Leser:innen wollen früh verstehen:

  • Worum geht es hier?
  • Ist das für mich relevant?
  • Lohnt es sich, weiterzulesen?

Ein guter Einstieg macht die zugrunde liegende Frage sichtbar, so dass deine Wunsch-Leser:innen schon beim Einstieg merken: »Obacht! Hier wird etwas verhandelt, das mich betrifft.«

Einordnung: Kontext statt schneller Antworten

Viele Texte springen zu früh in Lösungen. Dabei lassen sie genau den Teil aus, den Leser:innen am dringendsten brauchen: Einordnung, Kontext, umgangsprachlich »Fleisch am Knochen«

Einordnung heißt:

  • Zentrale Begriffe klären
  • Zusammenhänge sichtbar machen
  • Das Problem und dessen Dringlichkeit verdeutlichen

Hier wird deine Haltung spürbar. Nicht durch Autorität, sondern durch Nachvollziehbarkeit. Wenn dir das gelingt, spielt das automatisch deiner Positionierung in die Hände.

Konkret werden: Selbständiges Denken ermöglichen statt Lösungen diktieren

Erst jetzt wird es konkret. Es ist das Herzstück deines Artikel.

»Konkret« kann vieles bedeuten:

  • Du stellst ein/dein Modell vor.
  • Du erzählst ein passendes Beispiel aus der Praxis.
  • Du dröselst typische Muster oder Fallstricke auf.
  • Du zeigst unterschiedliche Lösungswege je nach Ausgangslage auf.
  • Oder eine Kombination aus allem.

An dieser Stelle noch einmal der Reminder zur oben genannten Aufgabe. Ein guter Blogartikel löst diese:

  • DAS ist nach dem Lesen klarer als vorher.
  • DIESE Unsicherheit ist kleiner geworden.
  • DIESE Entscheidung fällt leichter.
  • DIESER Gedanke bleibt hängen.

Zwischenüberschriften: Orientierung auch für Scanner

Nicht alle lesen einen Blogartikel von Anfang bis Ende.
Viele scannen zuerst die Überschrift, bevor sie endgültig entscheiden, ob der Artikel auch wirklich für sie relevant ist und sie ihm die volle Aufmerksamkeit schenken.

Deshalb sollten Zwischenüberschriften mehr sein als Platzhalter. Sie tragen eindeutige Aussagen und geben Orientierung zum Inhalt. Bei einem guten Blogartikel kann ich den Inhalt allein über die Überschriften erfassen.

Der Schluss: Verankern statt weiterziehen

Um den Schluss ranken sich viele Mythen. Er sollte unbedingt ein Pflicht-Call-to-Action enthalten. Ein Cliffhanger sein, damit die Menschen mehr wissen wollen. Kann man machen, muss man aber auch nicht. Du entscheidest darüber, was der Schluss leisten muss, um die gestellte Aufgabe gut zu erfüllen.

Er gibt dem Text einen Abschluss. Man merkt, dass eine Sache »rund wird«. Im Idealfall lässt er etwas zurück, das mitgenommen werden kann – je nachdem, was dir wichtig ist, deinen Leser:innen mitzugeben: Die Kernaussage, der zentrale Gedanke, ein bestimmtes Gefühl, der Wunsch, etwas anzugehen oder etwas sein zu lassen. Du entscheidest das mit deinem Schluss.

Wann ein Blogartikel „gut genug“ ist

Ein Blogartikel wird selten in dem Moment besser, in dem man wieder und wieder daran feilt.
Es besteht dann die Gefahr, dass er einen Tod in Perfektion stirbt, klingt wie alle anderen.

Viele Texte erblicken niemals das Licht der Welt, weil sie schlecht sind, sondern weil die Autor:innen sie nie als »gut genug« empfunden werden. Weil es immer noch einen Satz gäbe, den man umstellen könnte. Einen Gedanken, den man präziser formulieren könnte. Eine Unsicherheit, die man lieber absichert.

Deshalb hier noch einmal der Reminder: Dein Blogartikel dann gut genug, wenn er seine Aufgabe erfüllt.

Gut genug bedeutet in meiner inneren Notenskala 2-.

Maren Martschenko

Long story short: Dein Blog, deine Regeln

Ein guter Blogartikel entsteht nicht dadurch, dass er möglichst viele Boxen »tickt«.
Gut wird er, wenn du weißt, warum du ihn schreibst und für wen mit welcher Absicht schreibst.

Wenn diese Klarheit da ist, rücken auch die inneren Hürden in den Hintergrund, die am Anfang mal beinahe unüberwindbar erschienen: Der Vergleich mit anderen, die Angst vor dem Veröffentlichen, der innere Korrektor.

Vielleicht ist das wichtigste Kriterium für einen guten Blogartikel am Ende ein sehr schlichtes:
Dass du ihn veröffentlichen kannst, ohne innerlich zurückzuzucken. Und zuversichtlich, dass er für dich und deine Community gut ist.

Drei Fragen zum Mitnehmen

  • Woran merkst du selbst, dass ein Text für dich »stimmig« ist?
  • Welche Erwartungen oder Regeln rund ums Bloggen möchtest du bewusst loslassen?
  • Wovon wünschst du dir für dein Schreiben in deinem Business künftig mehr?

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